Begeisterungsfähigkeit und Genussfreude sind herausragende Charaktereigenschaften, die den Kurpfälzer prägen und auch auszeichnen. Und so machen sich diese Fähigkeiten auch beim Essen und Trinken aufs Angenehmste bemerkbar. Der Kurpfälzer hat Geschmack.
Nicht nur an "Weck, Worscht un Woi", denn das ist bei Weitem nicht alles, was die Kurpfälzer Küche zu bieten hat.


Die Grumbeere – eine echte Kurpfälzerin
Zur Pfälzer Kartoffel, sprich Grumbeere, hegen ihre Landsleute eine innige, fast leidenschaftliche Beziehung. Tatsächlich gibt es in Fachkreisen, d.h.unter Köchen und Gourmets, keine bessere Kartoffel als sie. Ob mehlig oder festkochend, das spielt erst in zweiter Linie eine Rolle, eine Pfälzer muss es sein. Gott sei ’s gedankt, gibt es sie rund um ’s Jahr.


Spargel satt...
Zu den saisonalen Spezialitäten gehören u.a. Spargel oder Keschde, auf hochdeutsch Esskastanien. Vom Frühling bis in den Frühsommer steht in jedem anständigen Wirtshaus – und nur solche gibt es in der Pfalz, möchte man meinen – das königliche Gemüse auf dem Tisch. Es ist von Ende April – der weit verbreitete Anbau unter Folie ermöglicht diese frühe Ernte – bis zum Johannistag am 24.Juni – begehrter Spitzenreiter auf dem Markt.
Der Pfälzer ist ein Leckermaul, und dabei geht es ihm weniger bzw.gar nicht um extravagante kulinarische Kreationen vom Herd eines Sternekochs, sondern vielmehr um die einfache bodenständige Hausmannskost.
Da weiß er,was er hat.


Zu jedem Gericht gehört frisches Gemüse und Salat aus eigenem Anbau oder direkt vom Hofladen. Dazu gesellt sich natürlich ein Schoppen Wein, ob Riesling, Müller-Thurgau oder Portugieser. Wer dem Alkohol am helllichten Tag nicht ganz so freudig zusprechen will, nimmt eine saure Schorle mit Dornfelder, Cabernet Sauvignon, Sankt Laurent oder Spätburgunder.
In den letzten fünfzehn Jahren hat sich bei den Rotweinen ein großer Wandel vollzogen. Es gab große Jahrgänge,die z.T. auch im Barrique gereift sind und deren Qualität alles in den Schatten stellte,was bisher dagewesen ist.
Sieht man einmal von der überaus reizvollen und vielfältigen Landschaft der Kurpfalz ab, so denkt derjenige, der Pfalz sagt, zuerst an Essen und Trinken. Das hat seinen Grund. Ist doch die über zwanzig Kilometer breite Rheinebene sozusagen der Paradiesgarten der Kurpfalz, was frisches Obst und Gemüse angeht. Durch die ausgesprochen fruchtbaren Böden, die das milde, ja fast schon mediterrane Klima gut behandelt und auch genügend Niederschläge mit sich bringt, kann die Pfalz als größtes zusammenhängendes Gemüseanbaugebiet in der Bundesrepublik angesehen werden, ist es doch fast doppelt so groß wie der Bodensee.
Gemüse gibt es hier zu jeder Jahreszeit aus Freilandanbau frisch auf den Tisch. Vom Frühjahr bis in den späten Herbst wird hier geerntet. Fast 80 verschiedene Gemüsesorten wandern dabei in die Erntemaschinen und sind von erstklassiger Qualität. Die größte Gemüseerzeuger-Organisation Deutschlands, der sogenannte Pfalzmarkt von Mutterstadt, bringt den größten Teil der Ernte auf den Tisch des Verbrauchers.


Kulinarisches rund um die „Pälzer Küch“

Buwespitzle
Genau die Größe sollten sie haben, damit sie fein schmecken: durchgepresste gekochte Kartoffeln vom Vortag, mit Ei, Mehl und Butter vermischt und durch die Pfanne gejagt, bis sie goldgelb sind. Zu Sauerkraut, meist auf Volksfesten zu haben, oder mit Apfelbrei sind sie ein Hit und verdrängen alle Pommes frites dieser Welt.
Federweißer Traubensaft im Gärungsprozess – sage keiner, dass das nicht nach mehr schmeckt. Jeder Tag verändert den Geschmack, der vom reinen Saft bis hin zum alkoholhaltigen Reißer reicht. „Zwiwwelkuche “ gehört dazu…


Grumbeersupp mit Quetschekuche
Die Grumbeere sind die Kartoffeln, die Quetsche die Zwetschgen. Und damit ist auch schon alles gesagt. Das Rezept wird seit Generationen von der Mutter an die Tochter weitergegeben – Gott sei Dank!!


Die romantische Liebesgeschichte von Friedrich V und Elizabeth Stuart, auch als Winterkönig und Winterkönigin bekannt, wurde in Form von 3 köstlichen Trüffel-Pralinen neu verfasst.

Mehr Information finden Sie auch auf: www.heidelberger-liebesgeschichte.com


Hoorische bloe Knepp
Zu kleinen Klößen aus rohen Kartoffeln, die im kochenden Wasser bläulich werden, kommt ein herzhaftes Saucenvergnügen aus ausgelassenem Speck, Milch und Sahne. Wer es nicht kennt, hat was verpasst.


Keschde
Ab Oktober sind sie bei allen Märkten vertreten, die heißen Esskastanien, die im Pfälzer Wald von den Bäumen fallen. Sie sind kleiner und dafür weicher als ihre italienischen Nachbarn.


Kerscheplotzer
Süße Kirschen, nicht unbedingt aus Nachbars Garten, mit altbackenen und in Milch eingeweichten Brötchen oder Zwieback, vielen Eiern, Butter, Zucker, Mandeln und Kirschwasser wie Kuchen gebacken. Warm oder kalt, solo, in Gesellschaft einer Tasse Kaffee oder mit warmer Vanillesoße zum Dessert.


Mannemer Dreck
Eine Schokoladenköstlichkeit auf Oblaten, deren Ursprung bis auf das Jahr 1838 zurückgeht.


Saumagen
Was wäre die Kurpfalz ohne ihn, was wäre er ohne Helmut Kohl, der einst sogar hohe Staatsoberhäupter zum Saumagenessen einlud. Das Kurpfälzer Nationalgericht ist eine Mischung – aber aufgepasst, die Verhältnisse müssen stimmen!– aus Fleisch, Speck, Kartoffeln, Esskastanien, Zwiebel, Kräutern und Gewürzen, die gut vermengt drei Stunden in einem Schweinemagen gesotten wird. Seite an Seite mit knusprigen Bratkartoffeln ein deftiger Hochgenuss.


Spargel
Er darf natürlich nicht fehlen, wo er doch fast auf jedem Acker in der Kurpfalz wächst. Das königliche Gemüse, der weiße Spargel, kommt am besten klassisch mit Sauce Hollandaise, mit heißer Butter oder als Salat mit Ei und einer Vinaigrette daher.


Studentenkuss
Ein echter Heidelberger ist er, wo man bekanntlich auch im Nu sein Herz verlieren kann. Die verführerische Köstlichkeit, bestehend aus einer Pralinen-Nougat-Schokoladenkreation auf feinem Waffelboden zerschmilzt auf der Zunge. www.studentenkuss.com


Verheierte
Sie haben keinen Ehevertrag, und doch verstehen sie sich prächtig: in Brühe gekochte Kartoffeln und handgeschabte Spätzle. Vereint in einem gemeinsamen Topf, mit Muskat gewürzt und mit vielen in Butter gedämpften Zwiebelringen serviert.


Weingelee
Es schmeckt hervorragend zu Käse oder Pastete – aus Äpfeln oder Quitten zubereitete Weingelee, das von immer mehr Winzern und Bauern auf Wochenmärkten angeboten wird.



Wein

Weinflasche      "Dorscht is schlimmer wie Häämweh"
Dem Dialekt nach zu urteilen, könnte dieser Spruch aus dem Mund eines Pfälzers stammen. Doch das erlösende Nass bringt er keineswegs mit Wasser zusammen, sondern – wie sollte es anders sein – mit einem oder besser mit mehreren guten Tropfen Wein. Der große Salvador Dalí ließ sich gar zu der Erkenntnis hinreißen „Wer genießen kann, trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse“.

Die Pfalz als zweitgrößtes Weinanbaugebiet in Deutschland dürfte somit voller kleiner und großer Geheimnisse sein, die zu entdecken sich über die Maßen lohnt.

Der Wein gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschen. Schon von Noah wird im Alten Testament berichtet, dass er als Erstes nach der Sintflut einen Weinberg anlegte. Er gilt daher als Ahnherr der Winzer. Heute geht man davon aus, dass der Wein seinen Ursprung im Kaukasus hat und sich sein Anbau parallel im Zweistromland entwickelte.
Die Kurpfalz hat viel zu bieten, was ihre guten und im mer besser werdenden Tropfen der unterschiedlichen Rebsorten betrifft und viel zu berichten, was die Geschichte des Weins angeht. Wurden doch vor nicht allzu lan ger Zeit Kelteranlagen entdeckt, die über Jahrhunderte unter Rebstöcken verborgen gewesen waren und damit einen Blick in die Vergangenheit gewährten, als schon die Römer hier Reben kultivierten.

Nach Baden ist die südliche Pfalz die sonnenreichste und damit wärmste deutsche Weinbauregion.Daher hat die Landschaft und das, was sie hervorbringt, schon fast südländischen Charakter.

Das WEINREICH-MAGAZIN:
Unter dem Motto „Freude für Geist und Gaumen“ präsentiert das WeinReich-Magazin die faszinierenden Genusswelten der sechs Weinregionen Ahr, Mosel-Saar, Naheland, Rheinhessen, Romantischer Rhein und Pfalz. Es lädt zum Träumen ein, inspiriert und informiert. Wein- und kulturinteressierte Genießer finden hier erste Informationen für ihre Weinreise nach Rheinland-Pfalz.
Auf über 20 Seiten stellt Ihnen das Magazin Angebote und Produkte rund um die Faszinationsfelder Wein, Genuss und Kultur vor. Neben einem Einblick in die sechs rheinland-pfälzischen Weingärten umfasst das WeinReich-Magazin eindrucksvoll bebilderte, ausgesuchte Pauschalarrangements für Weinreisen in jede der Regionen, kleine Übersichtskarten und zahlreiche spannende kulturelle und kulinarische Informationen zu Rheinland-Pfalz.
www.wein-reich.info



„Warum nicht?"
„Perché no“ soll der berühmte aus Tirol stammende Zwerg und Wächter des Großen Fasses im Heidelberger Schloss, Perkeo, geantwortet haben, als ihn Kur fürst Karl Philipp fragte, ob er das Fass austrinken könne. Er hat sich mit diesem Vorhaben wohl etwas überschätzt, aber dadurch seinen bis heute gültigen Namen erhalten.
Nach seinen drei Vorgängern wurde das vierte Große Fass 1751 vollendet und weist heute ein Fassungsvermögen von 221.726 Litern auf. Weil es nie dicht war, wurde es nur dreimal gefüllt.

     Perkeo

    
 
 
  




   

 

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