Synagogen und Dokumentationen

  
Judenbad in
Speyer
 

Bis zur NS-Zeit hatten in der Kurpfalz bedeutende jüdische Gemeinden bestanden, deren Angehörige stark mit der jeweiligen Stadtgeschichte verwoben waren.  Die Heilige Gemeinde von Speyer gehörte bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Judengemeinden Mitteleuropas. Sie wurde 1084 auf Initiative des damaligen Bischofs Rüdiger Huzmann gegründet. Als Mittelpunkt der Siedlung entstand der Judenhof, das kultische Zentrum mit Männer- und Frauensynagoge sowie das rituelle Kaltbad, die Mikwe.

Die Mikwe in Speyer besteht aus einem ca. 10 m tiefen Badeschacht mit gefasstem Tauchbecken. In den mittelalterlichen Städten genügten die natürlichen Wasserläufe wegen ihrer Verunreinigung nicht den Ansprüchen eines Ritualbades. Um den Grundwasserspiegel zu erreichen, wurden tiefe Schächte gebaut, das Wasser in einem Becken gesammelt, dessen Fassung nicht wasserdicht erbaut wurde, so dass eine ständige Frischwasserzufuhr gesichert war. Der Zugang zum Bad erfolgte durch eine obere Treppenanlage, die in zwei Abschnitten vom Eingang in den Vorraum zum Schacht führte. Beide Eingänge waren durch zweiflügelige Türen verschlossen, im oberen Teil des Treppenhauses befinden sich auf beiden Seiten Sitznischen. Das eigentliche Judenbad blieb nahezu unverändert über die Jahrhunderte hinweg erhalten und ist heute von besonderer kulturhistorischer Bedeutung.


    
 
 
  




   

 

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