Schlichtweg gewaltig

Schönau  
Das noch erhaltene Tor des Kloster Schönaus  

Bleiben wir noch ein wenig im Neckartal und begeben uns nach Schönau zum ehemaligen Zisterzienserkloster. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts kam Bischof Buggo II. von Worms in den Odenwald, verzaubert von der herrlichen Lage soll er ausgerufen haben „hier in diesen schönen Auen lasset uns ein Kloster erbauen ...“. Am 21. März 1142 wurde es bereits im Eigentum der Wormser Kirche gegründet – insgesamt wurden 73 Jahre gebaut, bis es im Jahre 1215 als Kloster geweiht werden konnte! Das Zisterzienserkloster gelangte zu hohem Ansehen und reicher Blüte. Der Besitz des Kloster – meist durch Schenkungen im 12. und 13. Jh. erworben - erstreckte sich von Hirschhorn in die Umgebung bis nach Frankfurt. Allein die Klosterkirche soll 84 Meter lang und im Querschnitt 32 Meter breit gewesen sein – dies ist um die Hälfte größer als das heute noch erhaltene Kloster Maulbronn! Dem Kloster standen bis zur Aufhebung in der Reformationszeit 44 Äbte vor.

Nach Aufhebung aller Kloster in der Pfalz siedelte Kurfürst Friedrich III ca. 35 hugenottische Flüchtlingsfamilien in den leerstehenden Gebäuden an. Ein zweites Mal setzten gewaltige Baumaßnahmen ein, welche die Klosteranlage nach und nach vollkommen zerstörten. Nur das als Kirche genutzte Herrenrefektorium blieb von den Umbauten verschont, erhalten blieb auch das obere Tor, der alte Hauptzugang zum Kloster. Doch der 30jährige Krieg setzte den Einwohnern des einstigen Klosters wieder einmal heftig zu – das kleine Dorf löste sich komplett auf.  Nach Ende des Krieges kamen die Versprengten nach und nach zurück und versuchten ihr Glück auf ein neues ...

Heute ist ein Gebäude des ehemaligen Klosters – die sehr schön restaurierte „Hühnerfautei“ – das besterhaltene Profangebäude des Hochmittelalter Deutschlands und wird als Museum bzw. für Ausstellungen genutzt; Besichtigungen sind im Rahmen der Stadtführung bzw. auf Anfrage möglich. Nähere Informationen zu der einstigen Klosteranlage finden Sie auch im Internet unter www.stadt-schoenau.de.


    
 
 
  




   

 

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