Kirchen - Klöster - Konfessionen
Eine Pilgerreise in die
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Eine Gemeinde - drei Kirchen

Evangelische Kirche
Großsachsen
Auch die Kirchen in Leutershausen und Großsachsen (heute zur Gemeinde Hirschberg zusammengewachsen) blieben von den zahlreichen Machtkämpfen nicht verschont. Die erste Erwähnung einer Kirche auf dem Hügel in Leutershausen stammt aus dem Jahre 877 im Lorscher Codex. Eine Nachfolgerin dieser stand bis zum Jahr 1780, sie wurde zusammen mit dem Turm im 14. Jh. erbaut – der massive Turm ist noch heute ein Wahrzeichen des Ortsteiles. Im gotischen Stil erbaut, dreischiffig mit geräumigem Chor, verbunden durch drei Triumphbögen mit dem Schiff, wurde sie 1705 bei der Pfälzer Kirchenteilung den Reformierten zugesprochen. Der Chorraum selbst wurde jedoch durch einen Vertrag den Katholiken überlassen und durch eine Mauer vom Kirchenschiff getrennt.  Durch ständige Zwistigkeiten verfiel die Kirche immer mehr und wurde 1780 vollständig abgebrochen. Da die Katholiken bereits 1752 eine neue Kirche beim Schloss erbaut hatten, wurde der Wiederaufbau der evangelischen Kirche ohne Chor begonnen; 1814 konnte die Kirche nach Osten erweitert werden, 1898 wurde nun doch ein Chor angebaut und das Gebäude komplett renoviert.  Die einstigen fünf Glocken im Turm mussten sowohl im 1. als auch im 2. Weltkrieg abgegeben werden, erst 1950 gelang es der Gemeinde ein neues, vierstimmiges Geläute anzuschaffen. Heute ist die Kirche ein komfortables und gern besuchtes Gotteshaus.

Nur wenige Kilometer weiter entdecken Sie einen anderen massiven Kirchturm: Den „Zwiebelturm“ der Evangelischen Kirche in Großsachsen. Der Giebel ist im Barockstil erbaut und krönt eine durch Eckpfeiler geschmückte Fassade. Besonders beeindruckend ist das leuchtende Glasfenster mit dem Bild des predigenden Heilands, das von allen Kirchenplätzen aus gesehen wird. In dem eher schlichten Kirchenraum wirkt es wie eine himmlische Erscheinung.

Die ursprüngliche Kirche wurde während des Pfälzischen Erbfolgekrieges 1673 komplett zerstört. Etwa 15 Jahre später wurden Turm und Kirche wieder restauriert, jedoch so mangelhaft, dass „der Wind die Kerzen erlöschen ließ und die Hostie Gefahr lief vom Abendmahltische geweht zu werden ...“ Auch diese Kirche erlebte den ständigen Wechsel zwischen evangelischem und katholischem Gottesdienst.

Durch einen Platztausch zwischen Kirchenbehörde und Grafschaft überließ Graf Theodor von Wiser der katholischen Gemeinde einen Teil seines Gemüsegarten den früheren „Wassergarten“. Als Ersatz erhielt der Graf wiederum den bisherigen Kirchplatz vor seinem Schloss.  Unter Pfarrer Kästel entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem neu erhaltenen Gelände eine Kirche im neugotischen Stil nach Plänen des erzbischöflichen Bauamtes von Heidelberg: Die katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Johannes Baptist.

Ein Meisterwerk der Holzschnitzerei ist der Chor mit dem Marienaltar, der das schwarze Gnadenbild von Loreto birgt. Wie ein mächtiger prächtig verzierter Rahmen umschließt der Altar das Gnadenbild.


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