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Geschenkt und doch verloren
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| St. Galluskirche |
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So zum Beispiel die St. Gallus-Kirche in Ladenburg. Die mächtigen Türme sind das Wahrzeichen der Stadt, auch wenn ihr Bau auf so manche blutige Auseinandersetzung zurückzuführen ist. Beginnen wir mit dem Jahr 628 n. Chr., da verschenkte Frankenkönig Dagobert Stadt und Gau an das Bistum Worms der Königshof wurde zum Bischofshof, einige Jahrhunderte später um 1006 bestätigte Kaiser Heinrich II. der Heilige dem damaligen Bischof alle Besitztümer des Domstiftes. Doch 1385 begann die blutige Auseinandersetzung zwischen den Bistümern Worms und Pfalz. Das damalige Ladenburg verlor an Macht, erst 1502 unter Bischof Johann von Dalberg erlebte es die größte Blüte im Mittelalter. Um 1705 verlor das Bistum Worms jedoch endgültig Ladenburg wird zur kurpfälzischen „Oberamtsstadt“ ...
Der älteste Teil der St. Gallus-Kirche ist die Krypta. Sie ist als letzter Bauteil der Vorgängerkirche in die Curia der römischen Basilika hineingebaut und wurde im 11. Jh. unter dem Beisein von Heinrich II. eingeweiht. Im 15. Jh. wurde sie reich mit Fresken ausgestattet: Christus als Weltenrichter, Petrus, Paulus, Franziskus, Dorothea, Ottilie, Nikolaus, und eine Kreuzungsszene sowie die vier Evangelisten sind zu sehen. Übrigens handelte es sich bei dieser Krypta um eine „Andachtskrypta“ und hatte zwei Zugänge: Über den einen konnten die Gläubigen den Raum erreichen und über den anderen Zugang wieder in das Kirchenschiff gelangen. Da sich in der Curia ja einst der Rat der Civitas um den Vertreter des als Gott verehrten Kaisers versammelte, wurde damit sehr deutlich gemacht, dass die Heidenzeit überwunden und Christus an die Stelle des Gottkaisers getreten ist.
In unmittelbarer Nachbarschaft steht die Evangelische Kirche in einem schönen, fast parkartigen Garten. Bereits 1291 wurde dieser Platz als Mönchshof im Besitz des Klosters Schönau bei Heidelberg erwähnt. Nachdem den Reformierten das Recht abgesprochen wurde, die katholische St. Gallus-Kirche zu nutzen, wurde ihnen im Jahr 1708 als Ersatz eben dieser Mönchshof zugewiesen, auf dem dann 1715 ein Gotteshaus errichtet wurde. Doch bereits 1876 wurde anstelle der viel zu kleinen und baufälligen Kirche die heutige Evangelische Kirche erbaut.
Besonders gut erhalten (leider nur während Führungen zu besichtigen) ist die St. Sebastiankapelle in unmittelbarer Nähe des Bischofshofes (heute Museum), einst als bischöfliche Hofkapelle genutzt. Im Innenraum der Kapelle findet man zahlreiche Freskenmalereien aus verschiedenen Jahrhunderten, das Wappen des Erbauers Bischof Reinhard von Sickingen sowie phantasievolle Blumengirlanden, die Hans Spies um 1586 malte, die Jakobusdarstellung an der Südwand wird dem 15. Jh. zugeschrieben. Die Darstellung des Kirchenpatrons Sankt Sebastian an der Nordwand des Kirchenschiffes zeigt den Heiligen in der Tracht eines Edelmannes, um den Herrschaftsanspruch der geistlichen über die weltliche Macht anzudeuten.
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