Kirchen - Klöster - Konfessionen
Eine Pilgerreise in die
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Herz-Jesu und Maria

Peterskirche
Bekannt ist Weinheim für die zwei Burgen, das mediterrane Leben rund um den Marktplatz und die idyllische Lage an der Ferienstraße Bergstraße. Doch die Geschichte der Stadt wurde von Beginn an stark durch Kirchen und den Einfluss der Bischöfe geprägt: Bereits 775  schenkte Marcharius  seine Güter in Weinheim an die Kirche St. Peter in Heppenheim  - fast   1300 Jahre später finden Sie in der Stadt insgesamt vier evangelische und drei katholische Kirchen, allein am Marktplatz liegen Drei!

Im Jahr 861 soll Ludwig der Deutsche dem Kloster Wiesensteig eine Kirche in "Vindenheim" im Lobdengau geschenkt haben. Diese Kirche, um 1000 erbaut, erfuhr in der Folgezeit viele Veränderungen: Das Schiff wurde 1721 nach Süden erweitert, 1811 wurde der romanische Turm abgebrochen, durch einen Dachreiter ersetzt, das Schiff nach Westen erweitert. 1910 wurde die Kirche abgerissen und durch den jetzigen neoromanischen Bau der Peterskirche ersetzt. Seit Einführung der Reformation in der Kurpfalz 1555/56 durch Kurfürst Ottheinrich dient sie, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, der evangelisch-reformierten Gemeinde. In den vergangenen Jahren wurde die Kirche grundlegend saniert und die ursprüngliche Ausmalung wieder freigelegt und ergänzt, die mittelalterlichen Fresken sind im Stadtmuseum zu besichtigen.

Laurentiuskirche
Die gotische St. Laurentiuskirche am Marktplatz, deren Chor zum Marktplatz hin gerichtet war, stammte aus der Zeit um 1250 (siehe auch Rubrik „Klöster“)  und musste 1911 abgerissen werden. Die neue St. Laurentiuskirche wurde im Stil einer oberitalienischen Basilika nach dem Vorbild von San Lorenzo in Rom konzipiert und 1914 geweiht. Sie birgt in ihrem Innern zahlreiche Grabdenkmäler aus dem 13. bis 18. Jahrhundert und einige aus dem 14. Jahrhundert stammende Wandmalereien. Die Hoch- und Seitenaltäre sowie die Kanzel aus der Zeit um 1730 wurden ebenso übernommen. 1964-1965 wurde die Kirche innen umgestaltet, 1981-1994 wurde die Kirche weitestgehend im ursprünglichen Bestand restauriert. Überragt wird das Langhaus der Laurentiuskirche übrigens durch den bereits 1850 errichteten Turm nach Plänen des in Weinheim geborenen badischen Baumeisters Heinrich Hübsch.

Das Hauptportal der Ulnerschen Kapelle (katholisch) unten am Marktplatz wird von den meisten Passanten übersehen. Es zeigt im Schmiedewerk das Wappen der Ulner von Dieburg, der späteren Besitzer der Kapelle. Nur von der Gerberbachseite sichtbar sind Chor und Langhaus dieser Kirche. Hildegund von Weinheim hinterließ Mitte des 14. Jahrhunderts ihr Vermögen mit der Verfügung, die bestehende Holzkapelle durch eine Kirche aus Stein zu ersetzen. Johann Schultheiß von Weinheim vollstreckte das Testament seiner Schwester und fügte noch beträchtliche eigene Mittel hinzu. Bedeutend ist das Sandsteinpitaph für Hartmann Ulner von Dieburg (1502), das ihn in voller Rüstung kniend beim Gebet zeigt. Umfassenden Renovierungsarbeiten des 18. und 19. Jahrhunderts (1720 und 1878) ist es übrigens zu danken, dass die Kirche noch heute erhalten ist.

Nicht übersehen, doch beinahe wieder abgerissen, wird die katholische Herz-Jesu-Kirche am Marktplatz: Kurz vor dem Abbruch der alten katholischen Kirche wurde sie 1910 als „Notkirche“ für den Gottesdienst (während der Bauzeit) errichtet und dem Herzen Jesu geweiht. Rasch bildete sich eine feste Gemeinde, die sich gegen den Abriss nach Fertigstellung der Laurentiuskirche vehement zur Wehr setzte – die Kirche blieb erhalten, wurde später umgebaut und erhielt einen Glockenturm im Campanile-Stil.

Ein weiterer – fast 40 m hohe – freistehende Campanile prägt die Silhouette der Weststadt von Weinheim: Die 1958 eingeweihte evangelische Markuskirche, sie steht bereits unter Denkmalschutz als Beispiel moderner Kirchenarchitektur. Der Sichtbetonbau wird durch Glasbildwände licht- und farbdurchflutet. Die mattroten Ziegelsplittplatten an den Wänden stammen aus Trümmerschutt der im 2. Weltkrieg durch Luftangriffe zerstörten Stadt Mannheim. Auch die katholische Marienkirche in der Weststadt entstand nach dem 2. Weltkrieg: Nach dem feierlichen Spatenstich 1954 erfolgte im November 1955 bereits die Benediktion der Kirche „Maria Königin“.

Wenige Meter vom Marktplatz entfernt, in der Hauptstraße, liegt die evangelische Stadtkirche, die den Reformierten von 1694 bis 1704 als „Notkirche“ diente – lediglich der Saal im Rabenhauptschen Hof konnte genutzt werden. Erst 1731 wurde der Grundstein zur heutigen Stadtkirche gelegt, die Einweihung des protestantisch-schlichten Barockgebäudes erfolgte 1736, zuletzt restauriert und teilweise auch modernisiert wurde sie dann 1994.

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