„Scheidewand“ trennt Konfessionen

Heiliggeistkirche   
Heiliggeistkirche  

Wenn die Gästeführer mit ihren Besuchergruppen in die Heiliggeistkirche in Heidelberg  strömen, so ist dies nicht nur zum „aufwärmen“ im Winter oder „kühlen“ im Sommer gedacht – ganz im Gegenteil: Der majestätische Bau am Marktplatz hat eine beeindruckende Geschichte überstanden. Urkundlich erwähnt wurde eine spätromanische Basilika erstmals 1239. Um 1400 begann im Auftrag von Kurfürst Ruprecht III. der Aufbau der Heiliggeistkirche, wie sie heute noch besteht. Die Bauzeit selbst dauerte über mehr als ein Jahrhundert, so konnte der Chor mit dem Altar erst 1411 geweiht werden, das Kirchenschiff selbst erst 1441 und der Turm wurde um 1544 vollendet.

Auf der Empore war übrigens die kostbare „Bibliotheca Palatina“ untergebracht, die allerdings im Dreißigjährigen Krieg dem Papst geschenkt und nach Rom gebracht wurde. Natürlich war man in Heidelberg darüber nicht sehr glücklich, doch als die Franzosen während des Erbfolgekrieges auch die Heiliggeistkirche in Brand setzten, stellte sich dieses Geschenk als äußerst richtig dar ...

Während der Reformationszeit erlebte die ehemals katholische Heiliggeistkirche ein besonderes Schicksal: Sowohl die Katholiken als auch die Protestanten nutzten die ehrwürdige Kirche für ihre Gottesdienste und Andachten. Um beide Glaubenskonfessionen der Stadt „unterzubringen“ wurde 1706 eine „Scheidewand“ zwischen dem Kirchenschiff und dem Chor errichtet, im Kirchenschiff trafen sich die Protestanten zum Gebet, im Chor hielten die Katholiken ihre Andachten ... Erst 1936 wurde diese „Mauer“ entfernt.

Besonders empfehlenswert ist ein Besuch der regelmäßig stattfindenden Orgelkonzerte, sowohl zur Einstimmung auf die Schlossbeleuchtung oder zur Ostern- und Weihnachtszeit!

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen erhalten Sie bei der Tourist Information in Heidelberg oder unter unserer Rubrik „Termine“.


    
 
 
  




   

 

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