Glanz - Zerstörung - Jubiläum

Eine besonders dramatische Entwicklung während der letzten 1000 Jahre erlebte das heutige Dominikanerkloster St. Paulus in Worms: Das Stift St. Paulus, von Bischof Burchard ab dem Jahr 1002 erbaut, hat seinen Platz mitten in der Stadt. Ursprünglich wurde die Stiftskirche als dreischiffige Pfeilerbasilika erbaut; ihr besonderes Merkmal sind die steinernen Kuppelhelme der Türme, die im 13. Jh. im byzantinisch-frühchristlichen Stil der Grabeskirche zu Jerusalem entstanden sind. Die Stiftsherren von St. Paulus erlebten den Glanz kaiserlicher Reichstage, Stadtbrände und Zerstörungen wie 1689, doch bereits 1717 war die Kirche als barocke Hallenkirche mit Deckengemälden, die Szenen aus dem Leben des Heiligen Paulus zeigten, wieder hergestellt.

Mit der Säkularisation erlosch ab 1797 jedoch auch jegliches geistliche Leben an diesem Ort. Das Stift wurde aufgelöst und profaniert. Es diente als Lagerschuppen, Heumagazin und etwa ab 1880 als Stadtmuseum. Auch der Dominikanerorden hatte sein Wormser Kloster verloren. Im 20. Jh. zeigte der Orden Interesse an einer Neugründung und bereits am 16. Mai 1929 wurde das ehemalige Gotteshaus als Dominikanerkloster neu eingeweiht. Im II. Weltkrieg fielen große Teile der Klosterkirche in Schutt und Asche. Durch die große Unterstützung seitens der Bevölkerung konnte die Kirche wieder aufgebaut und ab 1947 als Kloster genutzt werden.

Seit 1993 dient das Kloster auch als Ausbildungshaus für den Ordensnachwuchs. Neben den internen Aufgaben wie Gottesdienste, Predigten und Beichtseelsorge, sind die Mitbrüder auch außerhalb des Klosters in der Kranken- und Gefängnisseelsorge tätig sowie in der Schwesterbegleitung und Exerzitienarbeit. Zu besonderen Veranstaltungen im kirchlichen und kulturellen Bereich laden die Dominikanermönche sowohl in die Kirche ein als auch in den Kreuzgang des Klosters. Die Stiftskirche kann ganztägig besichtigt werden, das Kloster nur nach vorheriger Anmeldung. Detaillierte Informationen – auch zu den Konzerten – finden Sie unter www.dominikaner-worms.de.


    
 
 
  




   

 

Google+ Facebook Twitter YouTube vimeo Flickr